Pflichtteil

Laut einer Emnid-Umfrage kennen sich ein Drittel der Deutschen mit Begriffen wie „gesetzliche Erbfolge“, „Testament“ oder „Pflichtteil“ nicht aus – die Folge sind Testamente, die unwirksam sind und von den Personen angefochten werden können, die eigentlich nur den Pflichtteil bekommen sollen.

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Der Pflichtteil sichert Abkömmlingen, Eltern und Ehegatten des Erblassers nur eine geldmäßige Mindestbeteiligung am Nachlass. Immer, wenn Angehörige dieser Gruppe gesetzliche Erben geworden wären, aber durch Testament von der Erbfolge ausgeschlossen wurden, besteht ein Pflichtteilsanspruch.

Personen, die auf den Pflichtteil verwiesen sind, stehen nicht im Erbschein. Sie werden nicht Mitglieder der Erbengemeinschaft und haben keine Mitspracherechte – auch nicht mit ihrer Mindestbeteiligung.

Sie müssen nicht begründen, warum Sie Ihre „theoretischen gesetzlichen Erben“ von der Erbfolge ausschließen.

Wer ist pflichtanteilsberechtigt?

Anspruch auf einen Pflichtanteil aus dem Vermögen des Erblassers haben nur die engsten Familienangehörigen.

Dies sind die Erben der ersten Ordnung, also Kinder, Enkelkinder usw., auch nichteheliche oder adoptierte.
Auch der Ehegatte hat einen Pflichtteilsanspruch. Eltern als Erben der zweiten Ordnung haben einen Pflichtteilsanspruch nur dann, wenn sie gesetzliche Erben geworden wären – dies wären sie zum Beispiel nicht, wenn der Erblasser Kinder oder Enkelkinder hatte.

Andere Verwandte wie Großeltern, Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Brüder und Schwestern haben keine Pflichtteilsansprüche. Dies gilt auch dann, wenn alle Erben der ersten Ordnung beim Eintreten des Erbfalls bereits verstorben sind.

Wie groß ist der Pflichtteil?

Die Pflichtteilsquote beträgt immer die Hälfte der „theoretischen“ gesetzlichen Erbquote. Pflichtteilsberechtigte erhalten einen Zahlungsanspruch, dessen Höhe sich am Wert des Nachlasses zum Todestag des Erblassers bemisst und der innerhalb bestimmter Fristen geltend gemacht werden muss.
Einen Anspruch auf einzelne Gegenstände aus dem Nachlass haben Pflichtteilsberechtigte nicht.

Für die genaue Höhe des Pflichtteils ist unter anderem entscheidend, in welchem Güterstand die Ehegatten zuletzt zusammen gelebt haben, wie groß das vorhandene Vermögen ist und wie viele Erben es insgesamt gibt. Außerdem können Schenkungen, die der Erblasser zu Lebzeiten gemacht hat, zu einem höheren Pflichtteil führen.

Was bedeutet der Pflichtteil für die eingesetzten Erben?

Der Anspruch auf den Pflichtteil ist ein Geldanspruch an die eingesetzten Erben, der nicht immer aus den Barmitteln des Nachlasses bezahlt werden kann. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn nur Immobilien vererbt wurden.

Laut einer Studie der Postbank werden zukünftig in zwei von drei Nachlässen Häuser, Grundstücke oder Wohnungen enthalten sein.

Der Alleinerbe oder die Erbengemeinschaft müssten in einem solchen Szenario unter Umständen einen privaten Kredit aufnehmen oder eine Immobilie verkaufen, um Pflichtteilsforderungen erfüllen zu können.

Pflichtteilsstrafklauseln

Ehegatten, die ein gemeinschaftliches Testament errichten, können bestimmen, dass der Längerlebende von ihnen Alleinerbe wird und die Kinder am Ende zu Schlusserben eingesetzt werden.

Im ersten Erbfall sind die Kinder dann formal enterbt. Sie können den Pflichtteil geltend machen.

Um zu verhindern, dass der länger lebende Ehegatte den Pflichtteil zu seinen Lebzeiten auszahlen muss und in seiner Existenz gefährdet wird, können Pflichtteilsstrafklauseln in das Testament aufgenommen werden. Dann erhält das Kind, das im ersten Erbfall den Pflichtteil geltend gemacht hat, auch im zweiten Erbfall nur den Pflichtteil und wird nicht Schlusserbe.

Mit dem Online-Testament von Schwan Testament stellen Sie sicher, dass die Pflichtteilsstrafklauseln rechtswirksam sind. Der länger lebende Ehegatte wird dann zu seinen Lebzeiten vor Pflichtteilsansprüchen der eigenen Kinder geschützt.

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